Benny March 14th, 2010
Da ich zur Zeit noch auf das Visum warte und dementsprechend Leerlauf habe, nutze ich die Zeit für eine Buchempfehlung. Die Autorin Lingyuan Luo, die sich mit ihren Romanen bereits einen Namen gemacht hat, veröffentlichte vor einigen Monaten ihren Roman “Wie eine Chinesin schwanger wird…”.
Das Buch handelt über eine Chinesin namens Tingyi, die in Deutschland lebt und einen deutschen Freund hat. Tingyi besucht mit ihrem Freund ihre Eltern in Guangzhou, der gesamte Roman handelt ausschließlich vom Besuch der Eltern in China, aus dem Leben in Deutschland erfährt der Leser nur indirekt. Tingyi, eine Fotografin mit Leib und Seele, und ihr Freund, ein Student, sind seit mehreren Jahren zusammen, jedoch kinderlos. Für die Eltern von Tingyi ist das ein kleiner Skandal und beinahe ein Gesichtsverlust. Die übermotivierten Eltern stellen ihre Erwartungen eher mehr als weniger in den Vordergrund und geben auch einige Tipps zum Thema, wie denn eine Chinesin schwanger wird.
Neben der eigentlichen Geschichte zwischen den Hauptcharakteren und den Eltern findet auch noch ein paralleler Handlungsstrang platz, so dass das Buch keineswegs eintönig und eigentlich auch nicht vorhersehbar ist. (Abgesehen davon, dass am Ende alles in Harmonie endet – typisch für chinesische Autoren)
Natürlich steht die Liebe im Mittelpunkt, ohne jedoch schnulzig zu sein. Man fühlt hingegen leicht mit, bei dem Aufkommen von Eifersucht, alten Erinnerungen und lacht auch mit, bei den vielen kulturellen und sprachlichen Fettnäpfchen, in welche sowohl Tingyi`s Freund, als auch Tingyi`s Eltern treten.


Der Roman ist durchaus lesenswert und hat mich persönlich sehr unterhalten. Jeder, der eine chinesische Freundin hat und mal die Eltern in China besuchen kam, wird sich bestimmt in diesem Roman wiederfinden können. Bei mir war es jedenfalls so, auch wenn die Eltern in diesem Roman meiner Meinung nach (geprägt durch meine ganz subjektive Erfahrung) etwas zu locker mit sexuellen Themen umgehen und ihre Ansichten zu direkt vertreten.
Für mich war das Buch jedenfalls sehr kurzweilig, da ich beim Lesen oft in die Situation kam, die Handlungen und Ansichten von Personen im Buch mit meinen Erfahrungen vergleichen zu wollen und so quasi das Erlebte besser verarbeiten konnte.