Fujisan – Tipps für die Besteigung 富士山の上り

August 24th, 2010

Man kann den Fuji besteigen. Für Touristen, die mit Bergsteigen sonst wenig am Hut haben, ist dies zwischen Juli und August möglich.
Es ist zwar möglich, von ganz unten aus mit dem Besteigen anzufangen, in der Regel (und hier liegt auch die Empfehlung), fährt man aber mit dem Bus bis zu einer 5. Station der verschiedenen Wege den Fuji hoch. Der erste Weg ist sehr lang und recht unspektakulär und sollte mit dem Bus bis zur 5. Station überbrückt werden.

Es empfiehlt sich (und ich kenne niemanden, der es nicht so gemacht hat) über Nacht zu gehen. Erstens ist man dann nicht den ganzen Weg lang der starken Sonne ausgesetzt, zweitens muss man den Berg einfach auch die halbe Tour nachts erleben. Auch ist es so stressfreier, da man sonst sehr früh am Morgen losfahren müsste und dann nur unter viel Stress wieder rechtszeitig am frühen Abend (die Busse fahren nicht mehr spät am Abend! Bitte genau über die Busabfahrtszeiten informieren!) zurück muss, das ist kaum zu schaffen, wenn man wirklich bis zum Gipfel will. Ein weiterer Grund ist der Sonnenaufgang, welcher sich vom Gipfel aus sehr gut beobachten lässt. Den Sonnenaufgang kann man vom Gipfel aus nur sehen, wenn man am Vortag am Nachmittag oder Abend losgeht und dann über Nacht den Berg besteigt.

Folgende Wege gibt es:

- Yoshida Trail (die Station heißt jedoch Kawaguchiko) 吉田 (河口湖)
- Subashiri Trail 須走り
- Gotemba Trail (bzw. Gotenba) 御殿場
- Fujinomiya Trail 富士宮

Abgesehen von dem Yoshida Trail heißt die jeweilige 5. Station des Weges auch so wie der Weg selbst.
Alle Wege haben ihre Vor- und Nachteile. Gotemba gilt als angenehm zu laufen, hat aber auch den längsten Weg bis zum Gipfel. Fujinomiya soll auch gut sein, liegt aber auf der Schattenseite vom Fuji, wo es keinen Sonnenaufgang zu sehen gibt. Der Yoshida Trail (die Kawaguchi Station) gilt als der überlaufenste Weg.
Ich hatte mich für den Subashiri Weg entschieden, da dieser auf der Ostseite ist (man kann den Sonnenaufgang auch sehen, wenn man es noch nicht zum Gipfel geschafft hat) und er die meiste Bewaldung bietet.

Die Reise zur 5. Station Subashiri des Vulkans dauert von Shinjuku 新宿 aus etwa 3 Stunden, beispielsweise mit dem Zug von Shinjuku 新宿 nach Shinmatsuda 新松田, von dort mit dem Zug nach Gotenba 御殿場 und von Gotenba aus mit dem Bus nach Subashiri 須走り (5. Station).
Nach Subashiri (5. Station) kommt man aber auch mit dem Bus von Shinmatsuda aus.

Der Weg von Subashiri aus ist neben dem bei Kawaguchiko recht beliebt, man ist daher auf dem kompletten Weg kaum alleine, sofern man in der Saison (von Juli bis August) geht. Eine Reise zum Fuji außerhalb der Saison ist sowieso nicht zu empfehlen, wenn dann nur mit polizeilicher Anmeldung und das sollten nur erfahrene Bergsteiger mit teurer Ausrüstung wagen.
Zwischen Juli und August liegt auf dem Fuji kaum Schnee und genau deswegen ist hier der Zugang für alle Touristen geöffnet und alle Hütten sind 24h lang besetzt.

Der Fuji ist schon ein Erlebnis. Letztendlich ist es ein sehr einfach zu besteigender Berg. Der Fuji zwar rund 800 Meter höher als beispielsweise die Zugspitze (höchster Berg in Deutschland), aber wesentlich einfacher zu Fuß zu besteigen, da die Zugspitze sehr viel felsiger und steiler ist. Der Fuji ist nicht besonders felsig, aber sehr sandig und steinig.

Für den Fuji braucht man (und das gilt selbstverständlich nur für eine Besteigung innerhalb der Saison) keine komplette Bergsteigerausrüstung.
Was man für den Fuji benötigt, ist aber mindestens folgendes:

- eine Taschenlampe mit guter Leuchtkraft und genug Energie, eine ganze Nacht durchzuhalten
- mehrschichtige und flexible Kleidung (mehrere T-Shirts und Pullover sind besser als nur ein T-Shirt und ein besonders dicker Pullover)
- Wasserdichte Klamotten (zumindest eine wasserdichte Jacke mit Kapuze, eine wasserdichte Hose wäre von Vorteil)
- Handschuhe (billige Wollhandschuhe reichen, wasserdichte Handschuhe wären von Vorteil)
- gute Schuhe mit dicker Sohle- Sonnencreme (einen Sonnenbrand holt man sich auf dem Gipfel vielleicht sonst schneller als eine Erkältung)
- Sonnenbrille
- ein funktionierendes, voll aufgeladenes Handy (für Notrufe)
- 2 bis 3 Liter Wasser
- Verbandszeug
- Aspirin (wegen der dünnen Luft bekommt man leicht Kopfschmerzen)
- Essen (reichhaltig an Kohlenhydrate wäre von Vorteil)
- mindestens 5000 Yen für den Berg, wenn man was zu trinken und Essen kaufen möchte (man sollte für den Notfall immer mehr Geld dabei haben. Schlafen in einer Hütte kostet übrigens schon gleich mal 7500 Yen, eine dreistündige Rast zum Aufwärmen 3000 Yen)
- 100 Yen Münzen (der Gang zur Toilette bei den Stationen kostet 200 Yen)
- Gesundheit (Rückenprobleme? Kniescheiben machen Ärger? Erkältung? dann sollte der Trip nochmal überdacht werden)

Nützlich sind zudem:

- eine Spiegelreflexkamera für atemberaubende Bilder, für Nachtaufnahmen ist ein Stativ echt nützlich
- Tüten für den Müll (man darf keine Mülleimer erwarten)
- ein Stab zum Abstützen als drittes Bein (kann man auch kaufen bei den unteren Stationen für etwa 1000 Yen)
- ein Helm (oder wenigstens einen stabilen Hut, der schützt wenigstens vor kleineren Steinen etwas), da Steinschlag auf den letzten Höhenmetern nichts ungewöhnliches ist

Es empfiehlt sich um ca. 20:30 oder früher (von Gotenba aus ist das auch schon der letzte Bus, startet um ca. 19:20 in Gotenba gleich neben dem Bahnhof) in Subashiri (5. Station) einzutreffen.
Der Weg bis zum Gipfel (10. Station) kann dann durchaus 10 Stunden betragen, so dass man es nicht rechtzeitig bis zum Sonnenaufgang zum Gipfel schafft. Allerdings ist der Weg von Subashiri bis zum Gipfel auf der östlichen Seite, so dass man über den ganzen Weg nie Angst haben muss, denn Sonnenaufgang zu verpassen.

Bei jeder Station (jede Station ist quasi eine Hütte) gibt es auch einen Getränkeautomaten (halber Liter Wasser kostet 500 Yen), so dass man notfalls was zu trinken kaufen kann.

Der Weg wieder zurück ist eigentlich einfach gestaltet, aber dennoch sehr mühsam zu laufen und kann ganz schön langwierig wirken, da er sich über eine lange Strecke hinzieht und gefühlt nie zu enden scheint.

Insgesamt möchte ich noch darauf hinweisen, dass die Besteigung des Fujisan ein tolles, aber auf jedenfall auch anstrengendes Erlebnis sein wird. Wer sich gut vorbereitet, dem kann auf dem Fuji fast gar nichts schlimmes zustoßen. Neben guter Ausrüstung, wie zuvor aufgelistet, schadet natürlich gesunder Menschenverstand und Vernunft nicht, wenn man bis zum Gipfel hinauf möchte. In diesem Sinne, gute Reise!

Bitte nicht auf diesen Artikel alleine verlassen. Insbesondere die Uhrzeiten für Bus und Bahn variieren stark und ändern sich von Zeit zu Zeit. Also gut planen und sich vorher genauestens über Abfahrzeiten informieren, sonst hängt man leicht mal in der Gegend fest und der Zeitplan ist dahin.

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