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Autotuning in Japan – Wie Modifikation zum Standard wird

August 29th, 2011

Dieser Artikel gehört zur Artikelserie: Die japanische Autoindustrie – Zwischen Sparmobil und Innovation. Achtung: Die japanische Autotuning-Szene ist äußerst vielfältig und lässt sich nicht mit diesem Artikel vollständig beleuchten. Ich beschränke mich hier auf das leistungsmäßige Tuning und vernachlässige das reine Schow&Shine-Tuning, welches in Japan ebenfalls einen sehr hohen Stellenwert hat!

Autotuning made in Japan

Japan ist eine Autonation, ganz ähnlich wie die USA, Deutschland, Italien und Frankreich. Doch Einiges unterscheidet sich von anderen Autonationen, dazu gehört auch das weltbekannte, japanische Autotuning. Sicherlich ist Autotuning auch in anderen Autonationen vertreten, insbesondere in den USA und in Deutschland. Aber nirgendwo ist das Autotuning so gesellschaftsfähig und in hoher Qualität verbreitet, wie in der japanischen Straßenverkehrslandschaft.

Die japanischen Autohersteller wissen um die Modifikationslust der japanischen Kunden und gestalten ihre Autos oftmals ganz bewusst tuningfreundlich. So hatten viele erfolgreiche Sportwagen wie der Nissan Skyline GT-R und Toyota Supra Twinturbo zwar nur die 280 PS (die der freiwilligen Leistungsbeschränkung unterliegen), Motoren und Getriebe waren jedoch für sehr viel mehr Leistung ausgelegt. So wurde nicht viel Modifikation nötig, um die Leistung dieser Fahrzeuge verdoppeln zu können.

Einige japanische Auto-Modelle sind bereits (trotz 280PS) einem Rennwagen sehr nahe und damit schon so gut optimiert, dass diese kaum mehr einer Modifikation bedürften, so zum Beispiel die erfolgreichen Rallye-Allrader Mitsubishi Evolution und Subaru Impreza WRX STi.

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Die japanische Autoindustrie – Zwischen Sparmobil und Innovation

August 17th, 2011

Dieser Artikel gehört zur Artikelserie: Die japanische Autoindustrie – Zwischen Sparmobil und Innovation

Am Anfang war die Kopie des Originals

Eigentlich sind die Japaner erst spät in die Automobilindustrie eingestiegen. Bereits 1866 hatte der Deutsche Nikolaus August Otto den Viertaktmotor – im wahrsten Sinne des Wortes – am Start und noch davor hatten andere Tüftler aus Deutschland, Frankreich und England halbtaugliche Ansätze eines Automobils.

Die Anfänge der japanischen Automobilindustrie ähneln ein wenig den Anfängen der chinesischen Autobauern der letzten 15 Jahre. Ein Japaner namens Fusazō Mori (森 房造, Mori Fusazō) wurde 1903 auf etwas aufmerksam, was von einem anderen Land (den USA) präsentiert wurde: Autos und Busse zum Personentransport. Die damalige Faszination des Gesehenen steckt bereits im japanischen Wort 自動車 (じどうしゃ): ein sich selbstständig bewegender Wagen
Zu Anfang wurde eigentlich nur von den Fortschritten in den USA, Deutschland, Frankreich und England kopiert, das Gesehene wurde versucht nachzuahmen, teilweise mit schnellen Erfolgen. Der erste Benziner soll bereits 4 Jahre später (1907) gefahren sein und auf einer Kopie eines französischen Automobils beruhen.

Noch bis in die 90er Jahre sahen die rostenden Todesfallen Kleinwagen aus Japan nicht besonders konkurrenzfähig aus und so wurden japanische Autos in Europa und Amerika eher belächelt – was sich als schwerer Fehler herausstellte. Als würde es dem Westen an Lernfähigkeit fehlen, wurden auch die süd-koreanischen Autohersteller noch etwa bis vor 15 Jahren ebenfalls belächelt, zumindest Hyundai ist nun aber ein schwerer Gegner und die koreanische Oberklasse fest in der Hand der koreanischen Autoindustrie. Nun werden chinesische Autohersteller kritisch betrachtet und die Entwicklung tendenziell sehr ernst genommen… man hat also doch aus der Vergangenheit gelernt (?)

Was jedoch heute außer Frage steht: Die japanische Autoindustrie ist seit den letzten 30 Jahren sehr erfolgreich und geprägt von Innovationen in Produkt und Produktion. Continue Reading »

Autokultur in Japan – Die Artikelserie

July 1st, 2011

Japan – Land der Kleinwagen für Ottonormalverbraucher oder Land der turbozischenden Sportwagen und Hochdrehzahlmotoren für Motorsportfans. Japan ist eine der größten Autonationen dieser Welt und setzt hin und wieder Maßstäbe im Automobilbau.

Japaner haben ein zwiegespaltenes Denken gegenüber Automobilen. Auf der einen Seite sind Japaner recht naturverbunden und gesellschaftsorientiert. Autos haben einen egoistischen Beigeschmack und Japan ist ein Land der öffentlichen Verkehrsmittel (mit vorbildlicher Infrastruktur und Pünktlichkeit!). Die Volkswirtschaft hatte früher eine extreme Landflucht, die Städte wurden zu Ballungszentren mit mehreren Millionen Einwohnern. Die meisten Japaner leben in Städten. Neben vielen Großstädten liegt auch die größte Metropole der Welt – Tokyo 東京 – in Japan. In solchen Stadtlandschaften sind Autos ziemlich störend. Auch wenn Autos in Japan recht strengen Regeln zur Umweltschonung unterworfen sind und die meisten Autos wenig Lärm verursachen, nehmen Autos der Allgemeinheit in Großstädten etwas Lebensqualität und zudem viel Platz zum Leben weg. Entsprechend teuer sind die Unterhaltungskosten in Großstädten, allen voran in Tokyo.



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Sony Playstation Vita – die neue PSP

June 9th, 2011

Während in Deutschland gerade dank der Verbreitung von Smartphones eine Spielernation aufbricht, ist es im geschäftstüchtigen Japan schon seit Jahrzehnten normal, dass Schulmädchen genauso wie Geschäftsmänner sich in der Öffentlichkeit (z. B. in der U-Bahn) mit mobilen Computerspielen die Zeit vertreiben.

Sony Playstation Vita

Die Sony Playstation Portable (PSP) ist langsam in die Jahre bekommen und Sony plant diese mit einem frischeren Modell zu ersetzen – die Sony Playstation Vita. Die neue Spielkonsole wurde gerade auf der E3 in Los Angeles vorgestellt.

Foto: Sony

Foto: Sony

Die Sony Playstation Vita ist vielversprechend, denn die Spielsteuerung sieht nun (bei Betrachtung der Knöpfe mit analoger Steuerung) sehr viel intuitiver aus. Es ist zu hoffen, dass die Sony Vita ordentliche Leistungsreserven erhält, so dass die Konsole für mindestens ein weiteres Halbjahrzehnt auf Höhe der Zeit bleiben kann. Sony hat sehr viel Erfahrung im Sektor der Spielkonsolen und wird sich sicher bewusst sein, dass diese Konsole – im Gegensatz zu Smartphones – langlebig sein muss, ähnlich wie das Vorgängermodell PSP. Dem Trend folgend soll die Vita über ein sensibles Touchscreen mit 3D-Darstellung (Korrektur: Leider doch kein 3D-Display) verfügen. Der Screen ist ein OLED-Display, welches die Farbdarstellung gegenüber der PSP verbessern soll. Der Preis soll zwischen 250 und 300 Euro liegen, dabei wird es zwei Ausstattungsvarianten ohne/mit UMTS geben.


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Flyjin フライ人

April 8th, 2011

Ein neuer “Modebegriff” verbreitet sich auf der Welt und wird zum Gesprächsstoff in Japan “Flyjin”. Gemeint sind damit (vorwiegend) Ausländer, die Japan unmittelbar nach der Katastrophe teilweise panikartig verließen. Darüber berichten ausländische (z. B. die NYT) wie japanische Medien.

Auch Organisationen wie das deutsche THW-Bergungsteam, welches mit der Begründung “hier kann man nichts mehr machen” bereits früh ausreiste und danach dann aber von anderen Hilfsorganisationen noch Überlebende gefunden worden (!), machten keine gute Figur.

Ausländer haben also keinen besonders guten Eindruck in Japan abgegeben. Viele Japaner haben Verständnis für die Ausreise, aber in solchen Momenten zeigt sich tatsächlich, wer wirklich zu Japan steht und wer schnell das Weite sucht, wenn es mal nicht so gut läuft. In dieser Zeit zeigt sich wahre Freundschaft (oder doch eher Abhängigkeit?).
Aus Ausländersicht kommen jedoch neben den gesundheitlichen Risiken noch ganz andere Faktoren ins Spiel, dabei steht die Familie in der Heimat – die vor Sorge beinahe umkommt – sicherlich ganz oben auf der Liste. Der Druck aus der Heimat ist oftmals kaum auszuhalten, was für viele Ausländer der Hauptgrund zur Ausreise gewesen sein dürfte.

Japaner haben teilweise Verständnis, teilweise sehen sie aber auch fast schon einen Verrat in diesem Verhalten. Ich erlaube mir mal, eine Japanerin in einem internationalen Forum zu zitieren:

I don’t have any respect for the people who left the country so fast (before checking all the facts). Especially the business leaders. That includes japanese btw.

Es ist schwer die Lage zu beurteilen und zu sagen, was nun gerechtfertigt sei und was nicht. Fakt ist, radioaktive Strahlen sind ein Gesundheitsrisiko und nicht spürbar. Erdbeben scheinen kein Ende zu nehmen, nur vor Tsunamis kann man sich als Ausländer recht gut schützen (indem man sich von der Küste fern hält!). Ein Video von zwei mutigen japanischen Journalisten, welches die Zerstörung der Region im Sperrgebiet um das Atomkraftwerk 福島第一 zeigt, bietet eine beängstigende Atmosphäre und herrenlose Haus- und Nutztiere: Continue Reading »

Japan und die neue unbekannte Katastrophe 2011

April 4th, 2011

Japan hatte gleich drei Katastrophen nacheinander erlebt. Erst das starke Beben, einige Minuten später die Tsunami und dann die Atomkatastrophe. Über die Auswirkungen des Erdbebens (+ den vielen Nachbeben) ist man sich einig: Japan hat die Erdbeben sehr gut überstanden. Wo in anderen Nationen die Häuser bei einem Erdbeben von 9,0 schon längst in Schutt und Asche liegen würden, hat Japan überlegte Konstruktion bewiesen. Auch die Auswirkungen der Tsunami sind mittlerweile sehr gut einschätzbar, aber lassen sich nur mit einem Adjektiv beschreiben: Verheerend! Continue Reading »

Die Sonne geht unter, im Land der aufgehenden Sonne

March 28th, 2011

Japan ist gebeutelt, mehr als ich mir vor ziemlich genau einem Jahr – als ich japanischen Boden betrat – hätte ausmalen können. Auch damals schon kamen mir Sprüche wie “Das nächste große Beben kommt bestimmt, wir sind überfällig!” entgegen und ja, ich hatte davon gelesen. Was im März passiert ist, ist aber nochmal eine ganz andere Geschichte.

In Tokyo 東京 schwankten die Häuser und kippten Regale um, Parks wurden geschloseen und einige Gebäude – wie der Tokyo Tower – sollen merkliche Schäden davongetragen haben. Das ist aber gar nichts, im Vergleich zu dem, was an der Küstenregion von Sendai 仙台 und Fukushima 福島 passiert ist. Das Beben, welches sein Epi-Zentrum einige Kilometer entfernt im pazifischen Ozean hatte, mag beinahe ganz Japan erschüttert haben (angeblich soll es ja sogar noch in Shanghai 上海 ganz minimal spürbar gewesen sein), die richtige Katastrophe kam dann aber direkt aus dem Ozean: die Tsunami 津波

Die gesamte Ostküste von Tōhoku (東北, nördlichste Region der Hauptinsel Japans) ist betroffen, hat Menschen, Tiere, Häuser und Infrastruktur weggespült und sehr viel Tod und Leid über die Betroffenen gebracht. Nur scheint dies die westlichen Medien gar nicht mehr so zu interessieren, denn diese Naturkatastrophe wird (zumindest für deutsche Medien) von einer ganz anderen Katastrophe aus dem Atomkraftwerk Fukushima Nummer 1 福島第一 in den Schatten gestellt. Continue Reading »

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