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Qualifikation – Was wird in China gesucht?

June 6th, 2011

Wer ist in China gefragt? – Die Theorie sieht hier ganz anders aus als die Praxis.

Dieser Artikel gehört zur Artikelserie – Praktikum in China.

Welche Fachkenntnisse sind in China gefragt?

China ist eine aufstrebende Volkswirtschaft mit klar definierten Zielen: China will Weltklasse in Industrie, Hochtechnologie, Infrastruktur und auch Tourismus werden. Dementsprechend sollten Entwicklungsingenieure, Naturwissenschaftler, Verkehrsplaner, Übersetzer/Dolmetscher und Experten der Tourismuswirtschaft gebraucht werden.

Soweit zur Theorie, die Praxis sieht anders aus, denn chinesische Firmen kennen das Konzept “Praktikum” so eigentlich nicht, einige international ausgerichtete chinesische Firmen bieten zwar schon Praktikumsplätze an – und es werden mehr – die Relevanz ist jedoch noch äußerst gering, denn gesucht wird überwiegend in China und dann möglichst Ausländer mit hervorragenden Chinesischkenntnissen. Ausnahmen bestätigen die Regel, die Tendenz ist jedoch eindeutig.

Deutsche Firmen suchen ganz andere Kenntnisse: Fachkenntnisse in Marketing, Vertrieb, Einkauf, Logistik, Produktion, Werksplanung und Informationstechnologie sind gefragt. Warum nicht technische Entwicklung und Naturwissenschaft? Die Grundlagenwissenschaften in China sind entweder in staatlicher Hand oder von chinesischen Firmen durchgeführt. Westliche (und allen voran deutsche) Firmen versetzen Berge, um das Know-How in der Heimat zu lassen und eben nicht nach China zu tragen! Entwicklungsingenieure und technisch orientierte Naturwissenschaftler mögen bei deutschen Standorten ausgezeichnete Chancen haben, für ein Praktikum in China stehen die Aussichten auf Erfolg jedoch schlecht.

Auch manchmal gesucht (von Wirtschaftsunternehmen wie auch von [teil-]staatlichen Instituten) sind angehende Juristen und Sinologen. Für letztere ist ein Praktikum in China natürlich beinahe Pflichtprogramm, das Angebot ist jedoch überraschend dünn gesät und oft schlecht bezahlt. Für Geisteswissenschaftler steht die Sprachwissenschaft im Vordergrund. Übersetzer und Dolmetscher (Chinesisch <-> Deutsch/Englisch) werden immer gesucht, jedoch konkurrieren Sinologen hier mit Muttersprachlern, die im relevanten Ausland gelebt haben und Fremdsprachen entsprechend gut beherrschen. Auch wenn die Universitäten bei den Geisteswissenschaften immer wieder die Wichtigkeit der Kulturkenntnisse betonen mögen, zumindest Wirtschaftsunternehmen suchen diese Kenntnisse fast nie.




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Motivation – Warum ein Praktikum in China?

May 29th, 2011

Dieser Artikel gehört zur Artikelserie – Praktikum in China.

Motivation – Warum überhaupt ein Praktikum im Ausland machen?

Praktika bringen Arbeitserfahrung und die hilft dem Studenten sich in einem neuen Arbeitsumfeld nach Studienabschluss zurecht zu finden. Absolventen ganz ohne erste Arbeitserfahrung haben es erfahrungsmäßig schwer, eine gute Einstiegsposition zu finden. Den meisten Studenten, die aus der Masse herausstechen möchten, reicht einfach nur ein Praktikum im Heimat nicht aus. Das Ausland soll es sein, das bringt nicht nur andere Arbeitserfahrung, sondern auch interkulturelle Kompetenz, wachsende Sprachkenntnisse und eine persönliche Entwicklung – Zum Einen lernt man Neues kennen, zum Anderen lernt man auch die Verhältnisse in der Heimat zu wertschätzen. Ein Auslandspraktikum bedeutet immer eine Erweiterung des persönlichen, und oftmals auch des beruflichen Horizonts. Continue Reading »

Praktikum in China – Die Artikelserie

May 28th, 2011

Ein Praktikum in China absolvieren – das ist trendy, persönliche Entwicklung, ein Karriereschub, …. so heißt es jedenfalls häufig in den Medien und in der Hochschulszene.
China, die aufstrebende Volkswirtschaft, erscheint seit einigen Jahren beinahe täglich in den aktuellen Nachrichten und Karriere-News. Westliche Mittelständler und Konzerne importieren Material aus China, lassen in China produzieren und exportieren ihre eigenen Qualitätsprodukte nach China oder verkaufen sie direkt in China. Dies ist für deutsche Unternehmen Motivation genug, um eigene Leute nach China zu schicken oder vorort Fachleute zu suchen.



In einer nachfolgenden Serie von Artikeln wird auf die Gelegenheit eines Praktikums in China näher eingegangen. Die Serie besteht aus vier Teilen, welche binnen der nächsten 2 Monate abgehandelt werden:

Teil 1 – Motivation – Warum ein Praktikum in China machen?

Teil 2 – Qualifikation – Was wird in China gesucht?

Teil 3 – Sprache – Wie wichtig ist Chinesisch und wie effektiv Chinesisch lernen?

Teil 4 – Suche – Wie ein Praktikum in China finden?

[Um Missverständnisse zu vermeiden: Mit "China" wird in dieser Abhandlung nur die Volksrepublik (VR) China, nicht Taiwan, gemeint. Auch die Sonderhandels-/wirtschaftszonen Macao und Hongkong sind - obwohl zur VR gehörend - aus der folgenden Diskussion ausgenommen und müssten gesondert erläutert werden]

Chinas neue Chance

May 19th, 2011

Des einen Leid, der anderen Freud – So kann man es wohl treffend umschreiben.

Während China immer als Land der qualitativ minderwertigen Produkte galt und im Schatten Japans stand, fürchten westliche Unternehmen und Kunden nun verstrahlte Produkte aus Japan sowie Produktionsunsicherheit wegen möglicher Ausfälle durch Erdbeben und Tsunamis. Auch wenn die Angst vor Radioaktivität rational kaum begründbar ist, sinkt die Nachfrage nach japanischen Produkten aus dem Ausland, von Automobilen über Elektronikprodukten bis hin zu Lebensmitteln. Auch die Lieferkette in der deutschen Automobilindustrie hat wegen dem Zusammenbruch japanischer Zulieferer bzw. deren Produktionskapazitäten gelitten und nun werden in Europa Beschaffungsalternativen gesucht, denn Produktionsausfälle sind für die Industrie ebenfalls ein betrieblicher Super-Gau wie ich aus meiner eigenen Erfahrung im Supply-Chain-Management weiß.

Hinzu kommen Skandale wie die (meiner Meinung nach jedoch völlig in den Medien überzogenen) Probleme bei Toyota und Honda, der Datenklau-Skandal bei Sony und viele Lebensmittelskandale durch japanische Hersteller.

In Rahmen meiner Tätigkeiten im Einkauf aus Asien weiß ich allerdings auch, was sich sicherlich auch in der allgemeinen Kundschaft herumsprechen wird: Die Qualität chinesischer Produkte ist zwar nicht immer gewährleistet, aber sie steigt rapide. Der Schlüssel zum Erfolg sind hier gutes Lieferanten-Management sowie Qualitätsmanagement mit Einbindung der Lieferanten. Was viele nicht ahnen: Immer mehr deutsche Unternehmen lassen ihre Produkte mittlerweile nicht nur in China fertigen und montieren, sondern sogar konstruieren und designen. Als Niedriglohn-Land ist China nicht mehr besonders attraktiv, andere Länder in Asien (wie etwa Vietnam) sind weit günstiger. China bleibt dennoch beliebtestes Produktionsland, noch weit vor Indien, da die steigenden Kosten für Löhne, Material und Energie in China durch wachsendes Produktions-Know-How kompensiert werden. Hinzu kommt auch, dass der aufstrebende Mittelstand in China ein sehr hohes Qualitätsbewusstsein entwickelt hat. Chinesische Firmen werden ihre Produkte also selbst nicht mehr an die eigene Bevölkerung los, wenn die Qualität nicht stimmt. Chinesische Unternehmen werden immer wettbewerbsfähiger, nicht ohne Grund sagen auch die IHKen, das Japan im Vergleich zu China kaum mehr eine bedeutende Rolle im Außenhandelsgeschäft einnimmt und sich auch die japanische Traditionsindustrie nach China verlagert.

Größte Exportpartner für Japan sind die EU, USA und – auf Platz 1 – der chinesische Sprach-/Kulturraum (VR China und Taiwan). Die EU assoziiert mit nuklearen Unfällen den Super-Gau in Tschernobly, ein großer Schatten in der Geschichte der Atom-Energie Europas. Die Angst vor Radioaktivität steckt uns daher besonders in den Knochen und entsprechend ängstlich reagieren nun die Kunden, wie ist es aber mit dem größten Handelspartner Japans: China?
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Work & Travel – Japan – China – Machbar und sinnvoll?

February 23rd, 2011

Work & Travel ist ein Konzept für Urlaub in Kombination mit Arbeitserfahrung im Ausland. In diesem Artikel wird auf Work & Travel in Japan und China eingegangen.

Work & Travel in Japan

Work & Travel! Das klingt doch fantastisch! Man braucht kein großes Startkapital, sondern kann gleich mit dem Urlaub beginnen! Oder doch nicht? Was meint das „Work“ in „Work & Travel“?
Es ist Auslegungssache. Es gibt Reisende, die mehr Work als Travel haben, genauso wie umgekehrt.
Es gibt in der Tat viele Länder, für welche sich Work & Travel (bzw. Working Holiday) ausgezeichnet eignet, beispielsweise in der „Hire and Fire“-Nation USA oder in einigen lateinamerikanischen Ländern. Aber in Japan?
Im Gegensatz zur VR China ist Work & Travel in Japan möglich. Es gibt ein entsprechendes Visum, welches die Aufnahme einer bezahlten Arbeit ermöglicht, und zwar für maximal ein Jahr.

Japan ist eine Arbeitsnation mit strengen Regeln

Die Probleme in Japan mit Work & Travel sind eher praktischer Natur. Wer in Japan lebt und arbeitet, geschweige denn sich selbstständig macht (was im Rahmen von Work & Travel selbstverständlich nicht geht), wird schnell erfahren, dass Japan kaum weniger bürokratisch als Deutschland ist. Einige Jobs (in der Unterhaltungsbranche u.a.) dürfen nach Art und Umfang im Rahmen des Visums für Working Holiday auch gar nicht ausgeführt werden, hier muss man sich gut informieren! Continue Reading »

Internetzensur und die chinesische Eigenperspektive – Buchempfehlung

December 29th, 2010

Was die Internetzensur in China betrifft, so geht sie uns alle was an. Warum das so ist, habe ich bereits hier (warum uns die Internetzensur in China betrifft!) erörtert.


Die Internetzensur in China unter Berücksichtigung der chinesischen Eigenperspektive
von Marc Nothnagel, November 2010 Continue Reading »

Warum uns die Internetzensur in China betrifft!

December 28th, 2010

Es ist kein Geheimnis, dass die chinesische Führung das Internet in China einschränkt und am liebsten unter voller Kontrolle hätte (Wunschtraum), doch was geht uns das eigentlich an? Was mischen wir uns da ein? Mitgefühl? Oder eher Eigeninteresse?

So Mancher dürfte sich fragen „Was interessiert mich chinesische Internetzensur“? Aber es gibt tatsächlich sehr viele gute Gründe, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, da muss man gar nicht erst in China sein, so wie ich mich am 6. September 2009 wieder mal über die Internetzensur ausließ.

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