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Chinesisches Schwert

October 14th, 2009

Frauen mögen mich für bekloppt halten, aber die meisten Männer werden mich verstehen.

Seit dem Erwerb des (recht günstigen, aber sehr stabilen) chinesischen Schwerts (Stil aus den Qin-Dynastie?) in Hangzhou konnte ich es kaum erwarten, mal wieder einen frischen Fruchtdrink zu mixen :-) Was das Eine mit dem Anderen zu tun hat? ;-)

Die Annanas (beliebte Fruchtmix-Zutat) war genau richtig, mal das (ungeschärfte) Schwert und ähhh meine Treffsicherheit auszuprobieren.

Nachdem ich meine paar Scheiben ge….. schnitten hatte (danach muss man übrigens den Boden wischen), ist natürlich auch noch etwas Produktives am Ende bei rausgekommen ;-)

Lecker und gesund! Ich rate allerdings davon ab, es mir nach zu machen!

Um einen richtigen Nutzen aus diesem Artikel zu ziehen, rate ich dazu, die Zeit mal für folgende Vokabeln zu nutzen:

Früchte – Chin.: 水果 [水果] shuǐguǒ, Jap.: 水菓子 (みずがし)
Ananas – Chin.: 菠萝 [菠蘿] bōluó, Jap.: 鳳梨 (ほうり) oder einfach アナナス oder パイン
Blödsinn, Dummheit (tun) – Chin.: 胡言 [胡言] húyán, Jap.: 愚劣 (ぐれつ)

Blütenschau – 花見

April 12th, 2009

Hier ein bisschen 花見 (“hanami” also はなみ, chin.: huā jiàn, heißt Blüten-Schau)…. was in Japan gerade jetzt zu dieser Zeit das Thema ist.

Die Kirschbäume sind (als “sakura”, also さくら bzw. 桜) vor allem in/aus Japan bekannt. In vielen japanischen Städten sind die Kirschbäume sehr verbreitet, machen einen großen Anteil unter der gesamten Stadtbepflanzung aus und tauchen die Städte in schöne rötlich-weiße Farben.

Die Bäume gibt es aber auch in Korea und China (allerdings nicht mit so hoher Bepflanzungsdichte wie in Japan) zu sehen. Die meisten (oder alle?) Bäume stammen sehr wahrscheinlich aus China. Die Kirschbäume sind Zierkirschbäume und gibt es in verschiedenen Sorten, mit sehr weißen bis tief roten Blüten, die meisten Bäume bieten eine Blütenfarbe irgendwo zwischen rot und weiß.

Der Frühling ist da – 春天到了

April 11th, 2009

Vor gut drei Wochen vielen noch die letzten Schneeflocken, nun ist es bereits so warm, dass man nur mit einem T-Shirt bekleidet draußen spazieren gehen kann. Es ist Frühling.

Frühling wird im chinesischen und japanischen Sprachraum 春 (chin.: chūn, jap.: はる) geschrieben, speziell in China meistens noch (um Mehrdeutigkeiten in der gesprochenen Sprache zu vermeiden) 天 (-> 春天, chūn tiān)  angefügt, seltener auch 季 (春季, chūn jì). Im Japanischen kann ebenfalls noch 季 oder aber auch ein 期 angefügt werden, ergibt dann entsprechend entweder 春季 oder 春期 (für beides: しゅんき), jedoch ist das eher in der Schriftsprache zu finden.
Wer nun mit der chinesischen und japanischen Aussprache vertraut ist, erkennt die Ähnlichkeit von zwischen chinesischer Lesung und der (sino-)japanischen Lesung (vergleiche 春季, chūn jì [tschunji]und しゅんき [schunki]).

Jetzt bin ich aber wieder ein bisschen abgedriftet….

Zurück zum Thema: Der Frühling ist da!
Auf Chinesisch: 春天到了 (chūn tiān dào le, “Frühling angekommen”)
Japanisch: 春になりました。(はるになりました, wörtlich: “Frühling geworden”)

Die angenehmen Temperaturen bedeuten für mich allerdings zu dieser Zeit auch den Kampf mit dem Heuschnupfen.

Die Bezeichnung “Heuschnupfen” triffts natürlich nicht so wirklich, denn weder handelt es sich um einen Schnupfen, noch ist Heu (tote Gräser) der Grund dafür. Es ist eine Allergie gegen Pollen von Gräsern/Bäumen. Die folgenden Übersetzungen sind genauer als dieser Begriff aus der Umgangssprache.

Auf Chinesisch wird Pollenallergie (alias “Heuschnupfen”) mit 花粉過敏  (huā fěn guò mǐn) bzw. reformiert 花粉过敏 übersetzt und bedeutet wörtlich auch nichts anderes als “Pollenallergie”.

Oder seltener wird “Heuschnupfen” im Chinesischen mit 花粉症 (huā fěn zhèng) beschrieben, was wörtlich genommen etwa “Pollenkrankheit” (oder eigentlich: Krankheit wegen Pollen) bedeutet.

Und schwups haben wir schon wieder eine Überleitung zum Japanischen, welches “Heuschnupfen” nicht anders benennt: 花粉症 (かふんしょう)

In diesem Sinne wünsche ich mir doch mal selbst eine gute Besserung ;-)

Übersetzungen für Tattoos… STOP!

December 5th, 2008

… immer wieder, beinahe täglich kommen Übersetzungswünsche per PN, Email oder Kommentar bei mir an. Heute zum Beispiel die Frage nach der Übersetzung für “Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg“. Nun, wo ein Wille ist, mag auch ein Weg sein, aber auch der stärkste Wille führt manchmal nur zu einen Weg, der eine gewisse Kompromissbereitschaft verlangt.

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg” ist ein deutsches Sprichwort und rein zufällig gibt es dieses Sprichwort in ganz ähnlicher Ausdrucksweise (nur eben auf Chinesisch) auch in China: 有志者事竟成 yǒu zhì zhě shì jìng chéng

Wie gehe ich bei einer Übersetzung vor?

  1. Ich teste mein Wissen: Was kann ich davon ohne Hilfsmittel selbst übersetzen? Gegebenfalls habe ich die Übersetzung so schon und muss sie nur noch sicherhaltshalber prüfen
  2. Ich google nach der Übersetzung: nur durchschnittlich erfolgreich und ist immer überprüfungsbedürftig
  3. Ich ziehe Bücher (Sprachlexika, Wörterbücher, manchmal auch Sprachführer) zu Rate: ziemlich sichere Ergebnisse, aber zeitaufwändig
  4. Ich frage einen Muttersprachler (bei Chinesisch meistens meine Freundin): sehr erfolgsversprechend, eher geringe Fehlerquote

Wenn Anfänger nach Übersetzungen fragen, können sie aber vieles nicht wissen, was sie aber wissen und dem Übersetzer mitteilen sollten. Dieses Wissen haben sie aber i.d.R. nicht. Daher können sie auch nicht selbst nach der Übersetzung googeln oder in Büchern nachschlagen, denn dafür ist gewisse Erfahrung notwendig.

Ein sehr häufiges Motiv für ein Tattoo ist die Übersetzung des Wortes “Liebe”. Ganz klarer Fall wird der fortgeschrittene Chinesischlerner sich denken, “Liebe” heißt ja 爱 ! Und dieser Fakt ist quasi hieb- und stichfest.

Ja! Aber: Das ist nur die Übersetzung in das reformierte Zeichen der VR China, welches zumindest in der Theorie nur in der VR China (und Singapur) verwendet wird. Es könnte sich als sehr ärgerlich herausstellen, wenn (im Nachhinein) doch eher das traditionale Zeichen 愛 gemeint ist, welches in Hongkong, Taiwan, Japan und auch in der VR China und Singapur als “Liebe” erkannt wird. Die beiden Zeichen unterscheiden sich nicht in ihrer Bedeutung (beide bedeuten zweifelsohne “Liebe”), aber sie unterscheiden sich in der Hinsicht, dass das eine Zeichen vielleicht andere Menschen anspricht als das andere (und vielleicht auch als ästhetischer empfunden wird).

Man kann als Übersetzer mit gutem Gewissen 爱 oder 愛 als Übersetzung angeben. Die Entscheidung liegt allein beim Übersetzer, denn der Anfragende hat ja keine Ahnung vom Unterschied, er weiß nicht mal, dass es einen Unterschied gibt.

Wenn also eine Anfrage für eine Übersetzung kommt, muss der Übersetzer wissen, für wen diese Übersetzung ist bzw. besser formuliert: an wen die Übersetzung gerichtet ist. Wer soll das Übersetzungsergebnis lesen (können)? Chinesen? Wenn ja, welche? Festland, Hongkong, Taiwan?  Oder (auch) Japaner? Oder irgendwie für alle? Letzteres ist durchaus möglich, erfordert aber sehr viel Wissen und/oder Recherche.

Letztendlich kann ich aber nur wieder mal von jeglichen Tattoos abraten, die auf ostasiatischer Schrift basieren! Es macht einfach wenig Sinn, sich Wörter oder Sätze auf einer Sprache tätowieren zu lassen, die man selbst nicht versteht. Davon abgesehen, dass diese Tattoos schnell zu Missverständnissen führen können, wenn sich z. B. Japaner von einer Aussage eines Tattoos angesprochen fühlen, die eigentlich für Chinesen gedacht war.

Und wer soll eigentlich für eine falsche oder ungünstige Übersetzung haften? Etwa ich? Der sich diese Übersetzung mühevoll selbst durch Recherche erarbeitet hat und dafür auch die Freundin nerven musste? Natürlich! Denn der Übersetzer ist für die Richtigkeit seiner Übersetzung verantwortlich.
Und gerade Namensübersetzungen, die am häufigsten erwünscht werden, sind doch sehr risikoreich. Dafür möchte sicherlich niemand seinen Kopf vergütungslos hinhalten müssen. Daher verweise noch mal auf meinen Artikel Chinesische Schrift als Tattoomotiv – Eine kleine Aufklärung.

Ich bitte hiermit darum, uns freundlicherweise von Tattoo-Übersetzungsanfragen per Email zu verschonen! Die Kommentarfunktion bleibt aktiviert, vielleicht findet sich ja auch jemand anderes, der (ebenfalls per Kommentar oder per Email) antwortet und weiterhilft, Helfer sind gerne willkommen.

Von Tattoomotiven in chinesischer und japanischer Schrift rate ich absolut ab, insbesondere von (angeblichen) Namensübersetzungen!

Asiatischer Fächer 扇子

October 25th, 2008

Es gibt Dinge, die verbindet man als Westler einfach mit Ostasien, insbesondere mit China und Japan. Darunter zählen auch Fächer. Faltfächer im ostasiatischen Stil dienen auch als Dekoration (bzw. ist dies in Zeiten von Klimaanlagen wahrscheinlich der Hauptzweck der Fächer).

Die praktischen Faltfächer, leicht zu erkennen an den Falten und Speichen, gingen den Fächern mit Rahmen und gespanntem Stoff voraus. Leider habe ich keine Bildrechte an einem solchen Fächer (falls jemand einen solchen Fächer hat, würde ich mich über ein Foto freuen!).

Man findet die Faltfächer und auch die älteren Rahmenfächer auf alten Gemälden aus China und Japan sowie auch in anderen ostasiatischen Ländern wie Vietnam und Korea.

Auf Chinesisch (Mandarin) heißt “Fächer” 扇子 (shàn zi).
Japanisch verwendet die selbe Schreibweise 扇子 (せんす) [einzeln: 扇 (おうぎ)].

Die Fächer des ostasiatischem Stil wurden von Portugiesen von China und Japan nach Europa gebracht. Diese Fächer wurden dann auch in Europa zum etablierten Modestück, aber heute sind sie eher nur ein Symbol für den ostasiatischen Stil und häufige Souvenirware. In China und Japan feierte besonders der Faltfächer seinen eigenen Kult, so gab es Aufführungen von Fächertänzen 扇子舞 (shàn zǐ wǔ) von Damen als Unterhaltungsprogramm und sogar in den Kampfsport (allen voran Gungfu alias Kungfu und Taijiquang alias Tai Chi) fanden Fächer als Kampffächer mit scharfen Rahmen ihren Platz.

Iaito – Schnittest (mit Melonen)

September 24th, 2008

Wer glaubt, dass man mit einem Iaito keine Schnitttests machen und üben kann, der irrt, wie das folgende Experiment erfolgreich bewiesen hat.

Man nehme ein Ottonormalverbraucher-Iaito (Stahl) und eine Melone… ein kräftiger Schnitt mit gekonnter Drehung aus der Hüfte und zzzzzzzzzack ist die Melone geteilt.

Was ist ein Iaito? Ein Iaito (jap. 居合刀, Iaitō) ist ein stumpfes, aber immer noch spitzes, japanisches Schwert vom Typ Katana ( [かたな], chin. dāo), es dient vornehmlich zum Üben der japanischen Schwertkunst, vor allem Iaido (jap. 居合道, Iaidō).
Das Katana ist durch den Export von chinesischen Schwertern/Säbeln (chin. 剑 jiàn刀 dāo) von China nach Japan entstanden (durch Weiterentwicklung chinesischer Schwerter von Japanern) und übrigens auch später wieder zurück nach China exportiert worden, wo es als 苗刀 miáo dāo geführt wurde (ein Säbel, der so heißt wie meine Freundin!).

Ein Iaito ist nicht ganz ungefährlich, es ist spitz und hart (Stahl oder wenigstens Aluminium) und man kann mit einem Iaito viel Druck auf eine geringe Auflagefläche ausüben.
Die Melone wurde nicht fixiert, sie hält nur wegen ihrer eigenen Trägheit die Position. Dafür muss der Schlag aber auch gut ausgeführt werden. Wird die Meline falsch getroffen und/oder wurde der Schlag nicht schnell genug ausgeführt, rollt die Melone vom Tisch.

Beim Zerteilen der Melone ist aber auch klar zu erkennen, dass der Schnitt (Durchschlag) mit einem stumpfen Schwert vollzogen wurde, denn erstens wurde der obere Teil der Melone weggeschleudert, zweitens ist der Schnittrand beider Melonenteile nicht absolut eben.

Spaß gemacht hat es dennoch! :-) Zugegeben, es wirkt ein bisschen verrückt und “mit Essen spielt man nicht”, aber ich habe einfach ein Übungsobjekt benötigt…. und essen werde ich die Melone natürlich auch!

Man sollte, wenn man die Melone essen will, vorher unbedingt das Öl vom Schwert entfernen. Nach der Prozedur sollte die Klinge dann wieder neu eingeölt werden.

Um den Lerneffekt am Leben zu erhalten, hier ein paar Vokabeln zum Mitlernen:

Schwert: 剑 jiàn
Säbel und Katana: 刀 dāo
Klinge: 刀刃 dāo rèn
Obst: 水果 shuǐ guǒ
Melone: 甜瓜 tián guā

..und weil es zu diesem Post so gut passt:
Blödsinn: 低能 dī néng

Der ganz normale Wahnsinn…

September 21st, 2008

Worauf hat man sich da nur eingelassen….. Diese Frage – da bin ich mir ganz sicher – hat sich jeder Lerner einer chinesischen oder der japanischen Sprache schon mal gestellt.

Der Workload ist bei Chinesisch enorm, wenn man die Sprache mal in absehbarer Zeit gut sprechen und lesen können will. Das Thema Chinesisch handschriftlich schreiben zu wollen lasse ich mal lieber ganz außen vor. Bei Japanisch sieht es nicht viel anders aus. Das Hanzi/Kanji lernen geht ordentlich auf das Handgelenk. Wenn man ein Zeichen einige Male schreibt, bekommt man dafür keine Garantie geschenkt, außer die Garantie, dass man das Zeichen wieder verlernt schreiben zu können. Aber das handschriftliche Üben der Zeichen hilft dabei, sich die Zeichen einzuprägen und wiedererkennen zu können.

Das artet allerdings aus, in ziemliche Arbeit über Jahre hinweg! Das perverse daran ist, dass manche Menschen genau das brauchen! Sie brauchen die Herausforderung (und die Geduld). Ich gehöre wohl zu dieser Art von Menschen.

Nur war das in der Vergangenheit nicht immer so.
Da erinnere ich mich an meine Grundschulzeit und den grauenvollen Deutschunterricht zurück. Welch ein Luxus als Grundschüler nur ein übersichtliches Alphabet [0-9, a-z,A-Z,ß,Ää,Öö und Üü] pauken zu müssen, nur war mir dies damals überhaupt nicht bewusst, sowas exotisches wie römische Zahlen schon eine gefühlte Zumutung! Da tun mir besonders die kleinen Chinesen in der Grundschule leid, die bekanntlich nicht dieses Glück haben ;-)

Wenn man die chineseischen Zeichen im Schlaf kann, will man nichts anderes mehr lesen. Das lateinische Alphabet und auch Kana ziehen Wörter dann nur noch in die Länge und lassen sich nicht so schnell erkennen wie die chinesischen Zeichen… Das merkt man besonders bei japanischen Texten, dort hangel ich mich von Kanji zu Kanji, die Kana sind sehr anstrengend zu lesen. Chinesische Texte sind da schon angenehmer zu lesen, aber erst wenn man ein ausreichende Menge an 漢字/汉字 im Kopf hat.

Also weiter…. nun nicht aufgeben!

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