Archive for June, 2010

Regenzeit – 梅雨

Benny June 27th, 2010

Es regnet gerade wieder hier in Japan.

Chin.: 下雨了  xiàyǔ le (runterfallen – Regen – Zustandspartikel)
Jap.: 雨が降っている  あめがふっている (Regen – Subjektpartikel -fällt gerade herunter)

Diesen Satz hört man in Ostasien gerade häufiger, denn es ist Regenzeit! Die Regenzeit fängt in Japan im Süden Ende Mai an und endet im Norden Ende Juli.

Diese warme Regenfront, von der vor allem Japan, Südkorea, Taiwan und der Südwestteil der Volksrepublik China betroffen sind, ist bei den Einheimischen recht unbeliebt. Zwar werden dann in der Regel nicht die Jahreshöchsttemparaturen erreicht (die fangen dann gegen Ende der Regenzeit an), aber es ist doch schon sehr warm und teilweise richtig heiß für eine Zeit, in der es die meisten Zeit wolkig, nebelig und vor allem nass ist.

Die Japaner gehen hier daher kaum mehr ohne Regenschirm aus dem Haus, obwohl ein Ausbleiben dieser Regenperiode für viele Landwirte (Obst- und Reisanbau) sicherlich existenzgefährend wäre.

Auf Chinesisch nennt man diese Zeit ebenfalls 梅雨 méiyǔ. Bevor in China und Japan aber abgedichtete Häuser mit Klimaanlagen (diese kühlen nicht nur, sie liefern auch trockene Luft) verbreitet waren, wurde und wird diese Zeit auch als “Schimmelregen” bezeichnet.

Der Name 梅雨 kommt wohl daher, dass zu dieser Zeit die japanischen Pflaumen blühen (was eigentlich keine Pflaumen sind, sondern Aprikosen, aber mir geht es hier eher um die Kultur als um die Biologie). Diese Pflaumen wurden in Japan, Korea und China schon lange kultiviert und kommen ursprünglich wahrscheinlich vom Festland Chinas.

Diese heiße Regenzeit kann also getrost mit einem Glas eisgekühltem 梅酒 gefeiert werden.

Vokabeln:
Regenzeit China-Korea-Japan: Chin.: 梅雨 méiyǔ;Jap.: 梅雨 つゆ
Pflaumenwein: Chin.: 梅酒 méijiǔ ; Jap.: 梅酒 うめしゅ

Kamakura 鎌倉

Benny June 13th, 2010

Kamakura ist sicherlich einer der schönsten Ausflugsorte (insbesondere im Sommer), welcher als Tagesausflug von Tokyo aus machbar ist.
Kamakura ist eine Kulturstadt, mit einem großen und sehr bekannten Buddha und vielen Tempeln. Die Küstenstadt liegt am pazifischen Ozean, es gibt einen einigermaßen schönen Strand. Da Kamakura auch von bergiger Landschaft umgeben ist, gibt es viele schöne Aussichtspunkte auf das Meer.

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Sommer in Japan 日本の夏

Benny June 10th, 2010

Arbeiten in Japan und China ist, zumindest in den Boom-Metropolen, im Sommer mit sehr viel heißer Luft, ich betone hiermit den klimatischen Kontext, verbunden. Zudem ist es oft sehr feucht, was die Sache nicht angenehmer macht.

Dafür sind in den angesprochenen Metropolen jedoch Klimaanlagen quasi Standardausstattung für jeden Haushalt und jedes Büro. Doch was ist, wenn die Klimaanlage nicht benutzt wird?

Heute war so ein Tag. Continue Reading »

Shinkansen 新幹線

Benny June 1st, 2010

Der Shinkansen, einer der fortschrittlichsten Züge unserer Welt und Zeit. Wer den ICE mag, wird den Shinkansen lieben. Der Shinkansen in der Economy Class  ist geräumiger als der ICE in gleicher Klasse und fährt zu dem meiner Meinung nach ruhiger (und man hört nicht das vom ICE bekannte laute Bremsenquitschen bei der Einfahrt am Bahnhof).

Eigentlich heißt “Shinkansen” 新幹線 so viel wie “Neue Hauptlinie”, es ist also an sich nicht der Zug, sondern die Strecke gemeint. Im Volksmund wird mit dem Wort aber der Zug assoziiert.

Die Verkehrsdichte der Shinkansen ist recht dich. Das heißt, dass man mit einem Shinkansenticket in der Hand, eigentlich kaum einen Fahrplan benötigt, da der Shinkansen zumindest auf der Hauptstrecke zwischen Tokyo und Osaka beinahe alle 20 Minuten verkehrt.

Allerdings hat Japan auch einige Startvorteile gehabt, beim Bau der “neuen Hauptlinie”, denn Erstens ist Japan ein sehr vertikales Land (man vergleiche mal das japanische Shinkansennetz, welches zum Teil noch geplant ist, mit dem deutschen ICE-Streckennetz), so dass nicht so viele verwobene Strecken nötig sind, zum Zweiten aber hatte Japan ein ganz eigenes Schienennetz nur für den Shinkansen bauen können.

Da Japan vor dem Shinkansen nur sehr rückständige Schmallspurschienenbahnen hatte, lohnte es sich, ein ganz neues Prestige-Netz zu bauen. So hat der Shinkansen sein ganz eigenes Netz, welches er sich nicht mit schwerem Güterverkehr und sonstigen Schienenfahrzeugen teilen muss. Dieser Vorteil ist auch der Grund, warum der Shinkansen eine hohe Geschwindikeit und Pünktlichkeit erreichen kann, sowie die Unfallgefahr geringer ist.

Der einzige ernstere Unfall des Shinkansen war im Jahr 2004 bei einem starken Erdbeben (trotz ausgereifter und automatisierter Notbremse mit Erdbebenerkennung), jedoch selbst da sind keine Menschen ums Leben gekommen (man vergleiche deutsche ICE Unglücke, ganz ohne Erdbeben, dafür aber mit halbmaroden Schienennetzen).

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